Herkunft & Geschichte

Die Geschichte zur Erhaltung der altösterreichischen Bauernhunderasse

Der Österreichische Pinscher ist eine altösterreichische Bauernhunderasse, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weit verbreitet und beliebt war. Diese Rasse gibt es im Gebiet des alten Österreichs schon seit ca. 4 Jahrtausenden und hat sich ohne künstliche Selektion und ohne begünstigende Einmischung erhalten. Diese, wegen ihrer Farbe oft Semmelhunde genannten Tiere, stimmen in ihren Formen fast völlig mit gefundenen Skeletten des Canis Palustris aus der Steinzeit überein.

DeRastemands Bertold

Wegen der Gefahr der Verdrängung des „Landpinschers“ durch andere moderne Rassen, bemühte sich der österreichische Kynologe DDr. Emil Hauck im frühen 20. Jahrhundert um die Anerkennung dieses Hundetypus als Rassehund durch den ÖKV und der FCI. Dies gelang ihm schließlich im Jahr 1928 und von nun an nannte er diese Rasse „Österreichischer kurzhaariger Pinscher“, um eine Verwechslung mit dem Schnauzer (damals rauhaariger Pinscher) zu vermeiden.

Damit begann die planmäßige Zucht des Österreichischen Pinschers nach definierten Rassekennzeichen. Die Rassevertreter wurden in ein Sammelregister eingetragen, auf Ausstellungen gezeigt und der „Verein zur Förderung der Reinzucht des Österreichischen kurzhaarigen Pinschers“ wurde gegründet. Der 2. Weltkrieg hinterließ aber auch hier seine Spuren und es gab danach nur mehr wenig registrierte Zuchtstätten mit Welpen.

Ab 1954 wurde es für die Pinscherzucht sehr eng. Denn in den folgenden 18 Jahren wurden gerade einmal 43 Welpen geboren und die Rasse stand in den 70er Jahren kurz vor dem Aussterben. Es war nur mehr ein fruchtbarer Pinscher übrig: Diokles von Angern. Mit diesem Rüden und Landpinschern unbekannter Herkunft gelang es Fr. Therese Wochian und vor allem der Fam. Mangold, den Österreichischen Pinscher vor dem Aussterben zu bewahren.

Herkunft und Geschichtliches - Pinscher vom Bunten Hundehof

In den 80igern wurde ein Versuch gestartet durch einen Verein eine Regelung der Zucht herbeizuführen. Es begannen sich auch Züchter aus dem Ausland für den Österreicher zu interessieren. Eine kleine und geschlossene Population führte zu einem schnellen Ansteigen der Inzucht. Durch unterschiedliche Interessen war es zudem schwierig, die Pinscherzucht zu koordinieren. Um die körperliche Robustheit und die Hofhundeigenschaften erhalten zu können, wurden immer wieder Landpinscher eingekreuzt.

Erst 2002 wurde dann wieder ein Verein, der „Klub für Österreichische Pinscher – KÖP“, gegründet und es wurden Zuchtkriterien für die Rasse erstellt, die nicht nur den Rassestandard als anzustrebendes Ziel sehen. Regeln zur Minimierung der Inzucht und zur Vergrößerung der genetischen Vielfalt fanden über die letzten Jahre weitestgehend Anerkennung bei den Züchtern.

DeRastemands Emma

Heute geht es vor allem darum, die unterschiedlichen Ziele „unter einen Hut“ zu bringen und ein Zuchtprogamm zu führen, das die phänotypischen Eigenschaften der Rasse in ihrer Vielfältigkeit erhält. Zudem sollen populationsgenetische Kriterien berücksichtigt werden, die die Gesundheit der Rasse erhalten bzw. verbessern und   zuletzt sollen auch Wesenseigenschaften  erhalten bleiben sowie an die heutige Zeit angepasst sein.

Ein schwieriges Unterfangen, das die Unterstützung von allen Pinscherfreunden benötigt!